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Spartan Warrior


180401-F-ZZ999-9999SPARTAN WARRIOR

Prepare to win“ lautet das Motto des United States Air Forces Europe Warrior Preparation Centers, kurz USAFE WPC. Diese amerikanische Einrichtung, beheimatet in der Einsiedlerhof Air Station nahe Kaiserslautern, hat den Auftrag, die in Europa stationierten US Air Force Einheiten mit Hilfe einer hochkomplexen Simulationsumgebung auf mögliche Einsatzszenarien vorzubereiten. Da solche Szenarien in der heutigen Zeit nur noch im multinationalen Rahmen sinnvoll trainiert werden können, wurden durch das WPC entsprechende NATO-übergreifende Simulationsübungsreihen geschaffen.

Übung Spartan Warrior

Die modernen PATRIOT Simulatoren wurden durchgängig von Crews der FlaRakGrp 26 besetzt

Vom 27.01.-30.01.2020 nahm das FlaRakG 1 erstmalig an einer solchen Übung teil. „Spartan Warrior 20-1“, die erste Übung Ihrer Art im Jahre 2020 sollte hierbei für den Verband als Test für etwaige regelmäßige Teilnahmen in der Zukunft dienen. Die Federführung für die Vorbereitung und Durchführung der Übung lag hierbei beim AusbM Üb-/ SimModul FlaRakG 1. Mit Hilfe des Simulationsnetzwerkes SAAPES sowie des RT-3 Hörsaals wurde aus der Fliegerhorstkaserne Husum heraus ein komplettes PATRIOT Bataillon bestehend aus einer Kampfführungsanlage (ICC) und bis zu vier Feuerleitständen (ECS) simuliert. Das hierzu benötigte Feuerleit- und Kampfführungspersonal wurde durch die am Standort ansässige FlaRakGrp 26 gestellt. Zusätzliche nationale Teilnehmer waren der Einsatzführungsbereich 3 mit dem CRC Sunrise sowie die Simulationszentrale der Luftwaffe (SimZLw), welche den beiden deutschen Übungsverbänden als Verbindungselement zum Warrior Preparation Center diente. Neben den deutschen Einheiten waren britische, italienische und natürlich amerikanische Verbände an der Übung beteiligt.

Übung Spartan Warrior

Der stv. Kommodore Oberst Rasquin lässt sich vom Tactical Director Oberleutnant Weicker in die Übungslage einweisen

Nach einer Vorbereitungszeit von etwa drei Monaten in denen Einfluss auf das Übungsplay genommen werden konnte aber vor allem auch die hochkomplexe Netzwerkanbindung geplant wurde, galt es nun für das Husumer Taktikpersonal in einem intensiven und tagesaktuellen Bedrohungsspektrum zu bestehen. Insgesamt 22 Operateure bekamen dabei, verteilt über die 4 Übungstage, die Gelegenheit einen Blick über den „flaraktypischen“ Tellerrand zu wagen.

Bei dieser Spartan Warrior war der wesentliche Unterschied zu den gewohnten verbandsinternen Trainingsszenarien die Einbindung des PATRIOT Bataillons in eine sich über den gesamten süddeutschen Raum erstreckende NATO Land- und Luftoperation mit offensiver Ausrichtung. Neben dem Schutz der zugewiesenen Objekte im Raum Nürnberg war somit die Koordination mit anderen Gefechtsständen sowie der Schutz der sich im gleichen Einsatzraum bewegenden verbündeten Luftfahrzeuge die vornehmliche Aufgabe der Übungsteilnehmer.

Die Bedrohung, der sich die Übungsteilnehmer dabei gegenübersahen, war durchaus fordernd und bestand aus einem Mix aus taktischen ballistischen Flugkörpern, Marschflugkörpern und abstands-fähigen Luft-Boden-Flugkörpern neuester Generation und forderte den teils jungen Crews alles ab.

Spartan Warrior_Fischer004

An einem großen digitalen Lagedisplay an der Wand des SAAPES-Labs konnte jederzeit das Gesamtszenario mit allen Bewegungen der eigenen Kräfte (blau) sowie der gegnerischen Kräfte (rot) verfolgt werden

Das einhellige Fazit dieser Übung fiel dann auch durchweg positiv aus. Mit geringstem personellen und materiellen Aufwand konnte hier an einer multinationalen, simulations-gestützten Hochwertausbildung partizipiert werden, die für die durchweg jungen Operateure eine fordernde Übungslage bot. Simulationsübungen wie „Spartan Warrior“ oder auch Joint Project Optic Windmill (JPOW) an denen der Verband  seit vielen Jahren regelmäßig partizipiert, gewinnen in der Übungslandschaft immer mehr an Bedeutung, da hier die relativ kleine Gruppe der Feuerleit- und Kampführungssoldaten aus den Heimatstandorten heraus optimal trainiert werden kann. Die Tatsache, dass für die Erfüllung vergleichbarer Übungsziele auf konventionellen FlaRak-Übungen einige hundert Kameraden und umfangreiches Waffensystem-Großgerät gebunden werden, unterstreicht die Bedeutung nochmals. Somit stellen Simulationsübungen wie Spartan Warrior auch in Zukunft die perfekte Ergänzung zu, beziehungsweise eine sinnvolle Vorbereitung auf, entsprechende Großübungen oder gar für einen Einsatz dar.

Im Anschluss entschied der Kommodore FlaRakG 1, Oberst Noeske, dass eine zukünftige Teilnahme des Geschwaders auch unter Einbeziehung des Geschwadergefechtsstands SAMOC und der FlaRak Gruppen 21 und 24 an der Übungsreihe Spartan Warrior weiterverfolgt werden soll, um ein weiteres Element in der Weiterbildung des Taktikpersonals zu etablieren.

[Autor Maj d.R. Viebrantz]

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